Bregenzer Frühling 2017
Akram Khan Company
Samstag, 27.05.2017 20:00
 
 

Until the Lions Österreichische Erstaufführung

Akram Khans jüngste Produktion bezieht sich auf das Buch Until the Lions: Echoes from the Mahabarata der in Paris lebenden Inderin Karthika Naïr, und dieses wiederum auf ein afrikanisches Sprichwort: Solange die Löwen keinen eigenen Geschichtsschreiber hätten, würden Jagdgeschichten nur die Jäger verherrlichen. Naïr versucht getreu dem Motto, dem indischen Nationalepos Mahabharata eine neue Sichtweise hinzuzufügen, nicht die der Löwen, sondern der Frauen, die sie ins Zentrum der Erzählung rückt. Prinzessin Amba wird von Bhishma, Herrscher des benachbarten Königreiches, an ihrem Hochzeitstag entführt und seinem Bruder als Braut angeboten. Obwohl Amba entkommt, ist ihr Leben zerstört: Sie wird von der ganzen Familie und ihrem Verlobten, ja von der gesamten Gesellschaft ver- achtet und abgelehnt. Amba ruft die Götter an, um sich zu rächen … Akram Khan geht zurück zu seinen Wurzeln. Wiederum. In seinem wunderschönen Solo Desh (Bregenzer Frühling, 2014) hatte sich der Choreograf nach Bangladesh aufgemacht, der Herkunft seiner Eltern folgend. Nun geht er zurück zu seinen künstlerischen Wurzeln. Als 13-Jähriger spielte er in Peter Brooks neunstündiger Bühnenfassung des Mahabharata und war damit zwei Jahre lang auf Tournee. Die Erfahrung hat ihn geprägt. Die Geschichten aus dem indischen Epos, das die Feindschaft zweier verwandter Familien schildert, haben ihn nicht losgelassen und die Arbeit Peter Brooks mit Geschichten ist ihm wegweisend geworden. Er habe ihm gezeigt, wie man das Fett loswerde und zum Wesentlichen gelange, durch Einfachheit und Verfeinerung, sagte er im Vorfeld der Uraufführung in einem Gespräch mit dem Guardian. Seine eigene Version des Mahabharata dauert gerade eine Stunde (das Original-Epos umfasst 100.000 Doppelverse!) und wird von nur drei Tänzerinnen und Tänzern dargestellt.