Lyrik bei FLATZ 2018
Peter Henisch
Donnerstag, 15.11.2018 19:00
 
 

Bereits zum siebten Mal findet im anregenden Ambiente des FLATZ Museums und der FLATZ Bar die Reihe „Lyrik bei FLATZ“ statt. Lyrik ist wohl jene literarische Gattung, die der bildenden Kunst, der Performance und der Musik am nächsten steht. 

Den Auftakt macht am Donnerstag, den 8. November 2018, der in Wien lebende Sprachartist und Performer Christian Reiner. Jörg Konrad vom Münchner Kulturportal KulturKomplott: „Christian Reiner trifft (…) immer den richtigen Ton, macht Inhalte sprachlich erlebbar, ja, macht Seelisches durch Sprache zum Erlebnis.“ Am ersten Abend der Reihe erlebt das Dornbirner Publikum eine Weltpremiere: erstmals treffen Gedichte Friedrich Hölderlins, dem bedeutenden deutschen Dichter zwischen Klassik und Romantik, auf die Lautgedichte des Wiener Sprachkünstlers Ernst Jandl. Wolf Wondratschek„ der vor vier Jahren im FLATZ-Museum zu Gast war, schreibt zur Vortragskunst von Christian Reiner: „Er liebt Gedichte, und da gibt es welche, die er durch sprechen in Bewegung setzen kann und das dann auch möchte: sie ihren Schwingungen auszusetzen, bis der Klang, in sich selbst ruhend, eine Wirkung entfaltet. Die in den Jazzclubs wussten es ja schon immer: It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“.  

Am Donnerstag, den 15. November, kommt es zu einer Begegnung mit einem seit Jahrzehnten zu den wichtigsten literarischen Stimmen Österreichs zählenden Autors: Peter Henisch. Wenn er auch mehr mit seinen Prosaarbeiten, mit seinem Romanen im Zentrum der Aufmerksamkeit steht, so hat er in über 40 Jahren auch ein umfangreiches und literarisch bedeutsames lyrisches Oeuvre erschaffen, das für ihn selbst alles andere als ein „Nebenwerk“ ist. Frisch im Sonderzahl-Verlag Wien erschienen ist nun anlässlich seines 75. Geburtstages unter dem Titel „Das ist mein Fenster. Fast alle Gedichte und Songs“ eine 365-seitige Gesamtausgabe. Peter Henisch, Schriftsteller, Journalist und Musiker, wurde 1943 in Wien geboren. Er studierte Philosophie, Psychologie, Geschichte und Germanistik und gründete 1969 die Literaturzeitschrift „Wespennest“. Seit Beginn der 1970er-Jahre lebt er als freischaffender Schriftsteller in Wien, Niederösterreich und der Toskana.

Das Finale der Reihe ist am Donnerstag, den 29. November, einem der bekanntesten deutschen Dichtern der Gegenwart gewidmet: Jan Wagner. 2001 erschien der erste Gedichtband des 1971 in Hamburg geborenen und heute in Berlin lebenden Jan Wagner. Für Martin Krumbholz (NZZ) offenbarten die Gedichte „einen frischen, bestechend assoziierenden Blick auf das, was heute bemerkenswert ist“. Nach weiteren Buchveröffentlichungen und vielfachen Auszeichnungen (u.a. Friedrich-Hölderlin-Preis 2011) wurde 2015 mit Wagners „Regentonnenvariationen“ erstmals ein Lyriktitel mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet, zwei Jahre später erhielt er den renommierten Georg-Büchner-Preis. Jan Wagner wird aus seinem Band „Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001 – 2015“ lesen, mit all dem, was Wagners Gedichte seit eineinhalb Jahrzehnten auszeichnen: Eleganz, Witz, Virtuosität, Lust am Spiel, Neugier, Präzision und kühle Sinnlichkeit. Zudem gibt Jan Wagner Einblicke in sein 2017 erschienenes Buch „Der verschlossene Raum. Beiläufige Prosa“.  

Lyrik bei FLATZ wird programmiert von Roland Jörg.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Buchhandlung Brunner und der Dornbirner Sparkasse Bank AG